Deckenhalterung - Die Qual der Wahl und Positionierung.

Alles was dazugehört.

Deckenhalterung - Die Qual der Wahl und Positionierung.

Beitragvon Hippie » 06.03.2011 17:12

Hiho,

Neueunsteiger sind ja mit eigentlich allem teilweise überfordert.
Welcher Beamer ist der richtige, welche ist die passende Leinwand, der AV Verstärker
und auch die Frage nach den passenden Lautsprechern will beantwortet werden.

Ich möchte meine Deckenhalterung einfach mal vorstellen, weil auch ich vorab
viel herumgesucht habe, um die für mich passende zu finden.
Amazon Link

Preislich ist auch bei einer Halterung eigentlich alles drin.
Da gibts billige Blechteile, die quasi auf dem Produktbild schon wackeln.
Hochpreisige Halterungen, die auch nicht unbedingt mehr können als
Halterungen aus dem mittleren Preissegment.

Wichtig ist zunächst in welcher Höhe man seinen Beamer aufhängen kann oder muss.
Hier gibt es Halterungen die recht kurz sind, und sich demnach für niedrige
Decken, so um die 2 Meter Raumhöhe, anbieten.
Ebenso Halterungen, die bereits ab Werk ca. 500 mm lang sind, oder mit Verlängerungen
aufwarten, um so eine möglichst optimale Positionierung des Beamers vor der Leinwand
zu ermöglichen.

Man liest häufig davon, das der Beamer am besten in der Mitte der Leinwand positioniert
werden sollte. Diese Frage kann man aber nur mit einem eindeutigen "Jein" beantworten.
Einstellen lässt sich an modernen Beamern recht viel. Mit dem sogenannten Lensshift und der Trapezkorrektur, lässt sich vielfach aus den unmöglichsten Positionen heraus noch ein recht ordentliches Bild auf die Leinwand zaubern. Optimal ist das aber nicht.
Die Hersteller gehen natürlich von den etablierten Aufstellungsorten aus.
Entweder unter der Decke (Oberkante Leinwand), auf Tischhöhe (Unterkant Leinwand) oder in einem Regal, welches den Beamer dann tatsächlich in Höhe der Leinwandmitte aufnimmt.
In der waagerechten Achse, sollte man möglichst eine mittige Positionierung anstreben.

Erst den Beamer und dann die Leinwand aufhängen oder umgekehrt ?
Hat man den möglichst zoomfrei zu erreichenden Abstand des Beamers von der Leinwand
ermittelt, sollte man zunächst die Leinwand aufhängen.
Hängt oder steht der Beamer später nicht 100% ig vor der Leinwand, wird es kaum auffallen
wenn dieser nur wenige Millimeter schräg auf die Leinwand projiziert.
Eine Leinwand aber "schief" aufzuhängen, macht sich nie besonders gut, da es hier aufgrund der Distanz und unter Umständen schon einige Zentimeter werden können.
Ordentlich zu arbeiten ist also immer das Maß der Dinge, um später nicht mit allen
elektronischen Möglichkeiten des Beamers arbeiten zu müssen.

Ich habe also die Position meiner Leinwand nach den örtlichen Gegebenheiten
ausgewählt und in der Raummitte unter der Decke befestigt.
An meine Rahmenleinwand, die ja im Normalfall an die Wand gehängt wird, mußte ich erst noch
2 M6 Gewinde schneiden und Ösen eindrehen, da sie an 2 Karabinerhaken und ebenfalls in 2 Ösen unter der Decke hängt.

Da ich einen gebrauchten Beamer gekauft habe und ich mir deshalb über die letzten Einstellungen
des Vorbesitzers nicht im Klaren war, habe ich ihn erst einmal auf einen Tisch gestellt und einfach auf eine weisse Wand projizieren lassen.
Scharf gestellt und alle bildkorrigierenden Parameter auf die Werkseinstellungen, bzw. auf
Null gestellt.
Anschliessend habe ich den Beamer mit langem Verlängerungskabel im Zimmer an die vorher
errechnete Position getragen und aus der Hand heraus auf die Leinwand projiziert.
An der Stelle wo später die Deckenhalterung hin sollte, passte das Bild dann auch leinwandfüllend.

Dieser Schritt war zwar nicht notwendig, da man die Abstandsparameter im Handbuch, oder
auch schon vor dem Kauf auf der Händlerseite finden kann, aber ich bin halt mehr ein Praktiker als ein Theoretiker.

Der Abstand ist jetzt klar, aber wie ermittelt man die exakte Mitte der Leinwand in etwa 3-4 Metern Abstand ?!
Nun, da hilft uns der Kollege Pythagoras und ausreichend Maurerschnur.
Zunächst zeichnet man sich im gegebenen Abstand eine Hilfslinie unter die Decke.
Hierzu sollte man 2 Punkte verwenden, also im Abstand von etwa 1 Meter, je nachdem wie lang die vorhandene Wasserwaage ist, 2x messen und 2 x markieren, Punkte verbinden, fertig ist die parallele Hilfslinie. Man kann vorher natürlich auch einen Streifen Kreppband unter die Decke kleben, um Schmierereien zu vermeiden und da drauf dann anzeichnen.
Jetzt eilt der o.g. Kollege zur Hilfe.

Ich hab es so gemacht.
Da ich meine Deckenhalterungen für die Leinwand ja schon fertig hatte, nutze ich die doch einfach, sozusagen als "dritte Hand".
Um die diagonale (Hypothenuse) Länge auszurechnen, nehmen wir der Einfachheit halber diese Seite zur Hilfe:
http://www.mathepower.com/rechtw.php

Länge a ist der Abstand der Halterung der Leinwand und Länge b ist der Abstand Beamer zur Leinwand. Auch den kennen wir ja.
Die Maurerschnüre befestigen wir nun an den Leinwandhalterungen und machen uns an dem Punkt der errechneten Diagonalen jeweils einen Knoten in die beiden Schnüre.
Beide Enden halten wir nun auf die angezeichnete Hilfslinie und erhalten so die exakte Mitte der Leinwand.
Rein theoretisch reicht auch eine Schnur, so minimiert man auch geringe Messtoleranzen am besten. Auch wenn man nun wenige Milimeter vor oder hinter der Linie liegt, macht das den Kuchen auch nicht mehr fett. Hauptsache MITTE :D

Dieser Aufwand macht sich auf jeden Fall bezahlt. Sollte man später verschiedene
Bildgrössen projizieren, bei denen normalerweise der Zoom und eine Verschiebung der Bildlage
auf der vertikalen Achse ausreicht, so müsste man für den Fall der aussermittigen Positionierung des Beamers und der Verwendung der Trapezkorrektur, diese unter Umständen auch jedesmal neu anpassen.
Was auf Dauer aber JEDEN nerven wird.

Anbringung des Deckenhalters:

Den Mittelpunkt der Linse haben wir nun ermittelt. Wie gehts weiter.
Verschiedene Bauarten der Beamer machen es nötig, das man die eigentliche Halterung nun möglicherweise aussermittig anbringen muss.
Die Linse und nicht die Halterung sollte sich also an diesem Punkt befinden.

Hier kann man nun wieder wild herummessen oder man schnappt sich ein Stück Pappe
welches man grob den Umrissen des Beamers entsprechend zuschneidet.
Darauf markiert man sich nun die Befestigungslöcher des Beamers und positioniert
die Halterung so, dass man den Beamer in allen vorgesehenen Löchern befestigen kann.
Hier sollte man bei Universalhalterungen darauf achten, dass je weiter man die einzelnen
Arme vom Zentrum der Halterung aus gesehen befestigt, die Stabilität abnimmt.
Also herumprobieren und die Arme möglichst wenig ausladen lassen.

Jetzt noch die Löcher der Halterung anzeichnen und man hat die Bohrschablone für die Deckenhalterung fertiggestellt.
Jetzt zeichnet man sich noch die Position der Linse ein, welche bei einer Vielzahl an Beamern
eben nicht mittig ist. Siehe Werbeanzeige auf der linken Bildseite :mrgreen:

Jetzt nur noch die Pappe mit der "Linse" auf unseren Punkt unter der Ecke ausrichten
und mit Bleistift die Bohrlöcher durchstechen und unter der Decke markieren.

Der Rest ist normale Heimwerkersache.


LG
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Re: Deckenhalterung - Die Qual der Wahl und Positionierung.

Beitragvon Uwe » 06.03.2011 17:57

n,Abend,

schöner Beitrag :D !
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